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Kurz nach der Festnahme des Ex-Prinzen Andrew ist nun auch der einflussreiche Labour-Politiker und Ex-Botschafter in den USA Peter Mandelson verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, interne Regierungsdokumente an Jeffrey Epstein weitergeleitet zu haben.

Zivilbeamte eskortieren Peter Mandelson (rechts) von seinem Haus in London zu einem Auto.
AP
Am Montagnachmittag hat die Polizei in London den ehemaligen britischen Botschafter in den USA Peter Mandelson festgenommen. Dem 72-Jährigen wird «Fehlverhalten im öffentlichen Dienst» vorgeworfen, was in der Schweiz dem Delikt der ungetreuen Amtsführung entspricht.
Konkret geht es um vertrauliche Informationen, die Mandelson vor siebzehn Jahren, während seiner Zeit als Finanzminister unter dem Premierminister Gordon Brown, an Jeffrey Epstein weitergegeben haben soll. Mandelson war während Jahrzehnten eine zentrale Figur in der britischen Politik, bekleidete diverse Ämter, sorgte aber auch immer wieder für Skandale.
Wie in Grossbritannien üblich, hatte die Metropolitan Police lediglich – ohne Namensnennung – mitgeteilt, sie habe einen 72-jähriger Mann wegen des Verdachts auf ungetreue Amtsführung im Norden Londons festgenommen. Aber die BBC hatte bereits vorher gefilmt, wie Zivilbeamte Mandelson von seinem Haus im Viertel Camden zu einem Auto eskortierten.
Regierungskrise wegen Mandelson
Mandelson verlor seinen Posten als Botschafter in den USA schon im September, nachdem sich herausgestellt hatte, dass er mit Epstein auch nach dessen Verurteilung wegen Sexualstraftaten im Jahr 2008 weiterhin freundschaftlich verkehrt hatte. Im Januar veröffentlichte das amerikanische Justizministerium dann Dokumente, die zu einer strafrechtlichen Untersuchung gegen Mandelson führten. Denn die Dokumente zeigten, dass er einerseits brisante, interne Informationen über die britische Wirtschaftspolitik an den amerikanischen Finanzinvestor weitergegeben und andererseits Geld von ihm angenommen hatte.
Auch Premierminister Keir Starmer kam durch die Affäre unter Druck. Er hatte Mandelson im Februar 2025 zum Botschafter in Washington ernannt, obwohl er um dessen Nähe zu Epstein wusste. Vor zwei Wochen sah es so aus, als müsse Starmer wegen der massiven Kritik aus seiner eigenen Partei zurücktreten. Aber der Rücktritt seines Stabschefs, der die ganze Schuld auf sich nahm, konnte die Wellen – zumindest vorderhand – etwas glätten.
«Niemand steht über dem Gesetz»
Die Festnahme Mandelsons erfolgt vier Tage nach der Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor, der nach einem mehrstündigen Verhör wieder freigelassen wurde. Beide Fälle lösen in Grossbritannien ein enormes Echo in den Medien aus. Die Aufnahmen der gefallenen Helden werden in den sozialen Netzwerken tausendfach geklickt.
Möglicherweise handelt es sich um ein beabsichtigtes Signal der Behörden: Es wird demonstriert, dass auch im klassenbewussten und monarchischen Grossbritannien niemand über dem Gesetz steht. Dem ehemaligen Prinzen, der inzwischen alle seine Adelstitel verloren hat, werden ähnliche Vergehen im Zusammenhang mit seiner Epstein-Freundschaft vorgeworfen. Allerdings steht Mandelson im Gegensatz zu Andrew nicht im Verdacht, in die Sexualdelikte Epsteins verwickelt gewesen zu sein.