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Samuel Paty wurde vor mehr als fünf Jahren durch einen islamistischen Terrorangriff getötet. Die juristische Aufarbeitung dauert an.

Die Tat hat Frankreich aufgerüttelt: Eine Gedenkfeier für den ermordeten Lehrer Samuel Paty im Jahr 2023 in Éragny.
Federico Pestellini / Imago
(dpa) Im Berufungsprozess um den islamistisch motivierten Mord an dem Lehrer Samuel Paty in Frankreich sind vier Personen erneut zu Haftstrafen verurteilt worden. Die Haftstrafe gegen einen islamistischen Predigerin Höhe von 15 Jahren Haft hat das Berufungsgericht bestätigt, wie mehrere französische Medien berichteten. Drei weitere Strafen – für den Vater einer Schülerin sowie für zwei Freunde des Täters – wurden laut den Berichten hingegen herabgesetzt.
Am 16. Oktober 2020 war der 47-jährige Geschichtslehrer Paty in einem Pariser Vorort auf dem Heimweg nahe der Schule von einem 18-Jährigen getötet und enthauptet worden. Die Polizei erschoss den Täter mit russisch-tschetschenischen Wurzeln wenige Minuten später. Das Verbrechen wurde als islamistisch motivierter Terrorakt eingestuft und löste international Entsetzen aus.
Vor der Tat war im Internet gegen den Lehrer gehetzt worden, weil er im Unterricht zum Thema Meinungsfreiheit Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt hatte. Diese Hetze soll den Angreifer zu seiner Tat angetrieben haben.
Ende 2024 verurteilte ein Gericht acht mutmassliche Unterstützer des Tschetschenen zu teilweise langjährigen Haftstrafen. Bereits zuvor waren in einem separaten Prozess mehrere Jugendliche verurteilt worden, die dem Attentäter bei der Identifizierung des Lehrers geholfen hatten.
Das Berufungsverfahren konzentrierte sich nur noch auf vier der acht erwachsenen Angeklagten. Zwei Freunde des Täters, die vor dem ersten Gericht noch zu 16 Jahren Haft verurteilt worden waren, erhielten nun Strafen in Höhe von sechs und sieben Jahren. Die beiden Beschuldigten sollen den Täter offenbar beim Kauf von Waffen begleitet und ihn zum Tatort gefahren haben.
Der Vater der Schülerin, die die Anschuldigungen gegen Paty wohl in Umlauf gebracht hatte, muss statt 13 nun 10 Jahre ins Gefängnis. Er und der islamistische Prediger sollen die Hetze gegen den Lehrer mit Videos in sozialen Netzwerken angefacht haben. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte 16 bis 20 Jahre Haft für die vier Angeklagten gefordert.