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Entlang der wichtigen Handelsroute vor der iranischen Küste wurden am Mittwoch mehrere Schiffe angegriffen. Zuvor hatten die USA iranische Minenleger-Boote zerstört. Derweil bekräftigt Donald Trump erneut, dass der Krieg «bald» enden werde.

Frachtschiffe ankern vor der Küste Omans: Die Blockade der Strasse von Hormuz beeinträchtigt die Handelsschifffahrt.
Benoit Tessier / Reuters
Eine wenige Kilometer breite Meerenge vor der iranischen Küste wird zum wichtigsten Schauplatz des Iran-Krieges: Am Mittwoch sind in unmittelbarer Nähe der Strasse von Hormuz drei Handelsschiffe von «unbekannten Projektilen» getroffen worden. Dies gab die für die Region zuständige maritime Behörde bekannt. Inmitten von Turbulenzen an den Öl- und Gasmärkten sorgen die mutmasslich iranischen Angriffe entlang einer der wichtigsten globalen Handelsrouten für weitere Unsicherheit.
Während zwei der angegriffenen Schiffe – ein japanisches Containerschiff und ein Frachtschiff unter der Flagge der Marshallinseln – nur leicht beschädigt wurden, brach im Motorraum des thailändischen Frachters «Mayuree Naree» ein Feuer aus. Am Mittwochnachmittag teilte Thailands Verkehrsministerium mit, dass nach der Explosion am Heck des Schiffs zwanzig Besatzungsmitglieder von der omanischen Marine gerettet worden seien. Allerdings würden drei Seeleute noch vermisst. Diese hätten im Motorraum gearbeitet.
Schon zuvor hatte sich die Lage rund um die Strasse von Hormuz zugespitzt: Laut Medienberichten hat Iran jüngst damit begonnen, Seeminen in der Meerenge zu platzieren, durch die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird. In der Nacht auf Dienstag teilte das amerikanische Militär mit, man habe 16 Minenleger-Boote und weitere Schiffe der iranischen Marine zerstört. Dennoch verfügt Iran laut Experten weiterhin über Dutzende Minenleger und Tausende Seeminen.
Ölreserven freigegeben
Die Blockade des Ölhandels ist das wohl mächtigste Druckmittel der iranischen Führung. «Wir werden nicht zulassen, dass auch nur ein Liter Öl die USA, die Zionisten und ihre Partner erreicht», sagte ein Sprecher der iranischen Armee am Mittwoch. «Machen Sie sich darauf gefasst, dass der Ölpreis auf 200 Dollar steigen wird.» Ebenfalls am Mittwoch schlugen iranische Drohnen in Treibstofftanks im Hafen von Salalah in Oman ein, worauf der Betrieb des Hafens eingestellt werden musste.
Um den Anstieg der Ölpreise zu bremsen, will die Internationale Energieagentur nun 400 Millionen Fass Rohöl freigeben. Noch nie zuvor haben die Mitgliedsstaaten der Organisation ein derart grosses Volumen ihrer strategischen Reserven angezapft – ein Indiz dafür, wie angespannt die Lage an den Märkten ist.
Erneut hat auch der amerikanische Präsident zu beschwichtigen versucht. In einem Interview mit «Axios» sagte Donald Trump am Mittwoch, dass der Krieg «bald» enden werde, da es «praktisch nichts mehr gibt, was man angreifen könnte». Er könne den Krieg jederzeit beenden, wenn er wolle. Aus Israel kommen derweil ganz andere Töne: «Die Operation wird ohne Zeitlimit fortgesetzt, so lange wie nötig, bis wir alle Ziele erreicht haben», sagte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz in einem Treffen mit hochrangigen Militärs.
Schweizer Botschaft geschlossen
Es ist nicht das erste Mal, dass die USA und Israel unterschiedliche Signale in Bezug auf die Länge und die Ziele des Krieges gegen die Islamische Republik aussenden. Vorerst halten die massiven Luftangriffe der beiden Staaten jedoch an.
Inzwischen wurde auch die Schweizer Botschaft in Teheran vorübergehend geschlossen, wie das Aussendepartement am Mittwoch mitteilte. Die Sicherheit des Personals könne nicht mehr gewährleistet werden. Der Schweizer Botschafter und fünf Mitarbeiter hätten Iran auf dem Landweg verlassen und seien in Sicherheit. Dennoch halte die Schweiz den Kommunikationskanal zwischen den USA und Iran im Rahmen ihrer Guten Dienste weiterhin offen.