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Beim 3:4 gegen Deutschland am Freitag regierte das Spektakel. Am Dienstagabend in Oslo zeigt die Mannschaft von Nationaltrainer Murat Yakin ein anderes Gesicht.

Der Schweizer Stürmer Breel Embolo streckt sich, gefährlich wird es trotzdem nicht.
Cyril Zingaro / EPA
Die Schweizer Nationalmannschaft spielt im zweitletzten Testspiel vor der Weltmeisterschaft im Sommer 0:0 gegen Norwegen. Das Resultat fiel um kein Tor zu niedrig aus, das Spiel war über weite Strecken ereignisarm.
Vier Wechsel und ein neues System
Ein bisschen wohlwollender formuliert: Die Schweizer verteidigten sehr gut. Und das gegen Norwegen, das alle seine acht Qualifikationsspiele gewonnen hatte und dabei 37 Tore erzielte. Wobei deren 16 auf das Konto des Weltklassestürmers Erling Haaland gingen. Er ist mit ein Grund, weshalb die Norweger bereits als Geheimfavoriten gehandelt wurden.
Offensiv blieben sie diesen Beweis gegen die Schweiz schuldig. Sie zogen zwar in den Startminuten ein hohes Pressing auf. Doch die Schweizer Fehler im Aufbau waren eher dem schlechten Rasen geschuldet als den Norwegern. In der ersten Halbzeit betrug der Schweizer Ballbesitz bisweilen 70 Prozent. Sie hatten den Ball, aber keine Torchancen.
Bis zur 42. Minute, bis Breel Embolo tief in der norwegischen Hälfte den Ball eroberte, Denis Zakaria den Ball in den Strafraum flankte, wo Fabian Rieder freistehend zum Abschluss kam. Doch dieser traf den Ball nicht richtig – und deshalb nicht ins Tor.
Vielleicht fremdelten die Schweizer Offensivspieler auch ein wenig mit der Aufstellung. Zwar veränderte der Nationaltrainer Murat Yakin seine Startelf nur auf vier Defensivpositionen: Ardon Jashari, Michel Aebischer, Denis Zakaria und Yvon Mvogo ersetzten Granit Xhaka, Silvan Widmer, Ricardo Rodriguez und Gregor Kobel. Doch Yakin wechselte nicht nur seine Startformation, sondern auch das System: von einer 4-3-3-Grundordnung auf ein 3-4-3. Schon vor der Europameisterschaft 2024 stellte Yakin auf eine Dreier- beziehungsweise Fünferkette um.
In der Pause wechselte Yakin dann gleich siebenmal aus. Das kam dem Spielfluss nicht zugute.
Die zweite Halbzeit begann dann ähnlich wie die erste: Den Schweizern unterliefen einige Flüchtigkeitsfehler, wobei, auch hier: der Rasen. Haaland jedenfalls verpasste den Führungstreffer in der 55. Minute, als der Rückpass des eingewechselten Aurèle Amenda zu kurz geriet.
Es war der Auftakt eines Druckphäschens der Norweger, die zwar ebenfalls zahlreiche Wechsel vornahmen, aber dann und wann immerhin in den Strafraum der Schweizer eindringen konnten. Alexander Sörloth kam sogar aussichtsreich zum Kopfball, setzte seinen Abschluss nach gut einer Stunde aber über das Tor.
Die beste Schweizer Gelegenheit im zweiten Durchgang war sinnbildlich für die Offensive der Schweizer: Ein norwegischer Verteidiger zwang seinen Goalie mit einem Kopfball zum Eingreifen. Am Schluss hatte auch der Schiedsrichter nicht mehr wirklich Lust: Er pfiff das Spiel nach einer Nachspielzeit von zwei Sekunden ab.
Eine gegensätzliche Woche
Findige Statistiker notierten: Weniger Torchancen bei einem Schweizer Spiel gab es zuletzt während der Corona-Pandemie. Oder, wieder wohlwollender formuliert: Erstmals seit drei Spielen bleibt die Schweiz ohne Gegentor.
Das Nationalteam hat damit eine widersprüchliche Woche erlebt. Das 3:4 gegen Deutschland war ein Spektakel, das 0:0 gegen Norwegen das Gegenteil davon.
Bis zum Auftakt an der Weltmeisterschaft gegen Katar absolviert das Schweizer Nationalteam nur noch ein Testspiel: jenes gegen Jordanien am 31. Mai in St. Gallen.