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Ein dumpfer Knall zerreisst die Luft. Einige Kinder schrecken zusammen, andere kreischen auf. Gerade hat es eine kleine Explosion bei einer Gasflasche gegeben. Nur wenige Schritte weiter brennt eine Fritteuse und ehe sich die Drittklässler versehen, schiesst eine gewaltige Stichflamme nach oben und dichter Rauch steigt auf. Die Kinder weichen instinktiv zurück, die Augen weit geöffnet. In diesem Moment wird klar, wie schnell aus einer alltäglichen Situation eine lebensgefährliche werden kann. Auch der brennende Christbaum wird wohl bis zu den nächsten Weihnachten in Erinnerung bleiben. Überhaupt der ganze Übungsplatz «Feuer, so nicht!» macht Eindruck.
Er ist einer der sieben Posten, den die Organisatoren des Anlasses vorbereitet haben. «In Gais haben wir eine Top-Infrastruktur gefunden und dank des Einsatzes zahlreicher Feuerwehrleute können wir dieses Projekt ermöglichen», sagt Walter Hasenfratz, Leiter Intervention der Assekuranz Appenzell Ausserrhoden. Mit dem Ziel, Gefahren ganzheitlich zu verstehen und richtig darauf zu reagieren.
Die Wucht der Hagelkörner
Am nächsten Posten wird es stiller, aber nicht weniger spannend. Die Kinder suchen im Haus nach versteckten elektrischen Gefahren, die Brände auslösen können. Sie gehen durch die Räume, entdecken eingeschaltete Herdplatten, überlastete Steckleisten mit Mehrfachsteckern oder unbeobachtete Kerzen. Immer wieder bleiben sie stehen, diskutieren, vergleichen mit ihrem eigenen Zuhause. Vieles kommt ihnen bekannt vor – und genau das macht die Übung so eindrücklich. Wieder draussen heisst es auf einmal: Gehörschutz anziehen, jetzt wird es laut! Beim Posten «Hagel» prasseln Kieselsteine von klein bis gross auf ein Blechdach, Auto und auf Storen. Die Schäden machen deutlich, welche Wucht Hagelkörner haben und Postenchef Alwin Hasler erklärt, wie man diesen Schäden vorbeugen könnte. Unter anderem, indem man Storen hochfährt, da die Fenster viel mehr aushalten.
Die Kraft des Windes
Hinter dem Haus wird es stürmisch. Feuerwehrkommandant Daniel Stämpfli dreht einen Grossventilator auf. Einzelne Kinder wagen sich nach vorne, kämpfen gegen den Luftstrom, halten sich die Hände vor das Visier des Helms oder bleiben unsicher stehen. Als danach Gartenmöbel umkippen und ein Schirm davonfliegt, wird erkennbar, was ein Sturm anrichten kann. Ein Mädchen bemerkt folgerichtig: «Der Schirm hätte jemanden verletzen können.»
Die Strömung des Wassers
Nochmals richtig Action gibt es beim Posten «Wasser»: Hangrutsche und verstopfte Schächte sind das eine, Hochwasser das andere. Mit wasserdichten Fischerstiefeln steigen die Kinder in den Bach. Zunächst plätschert er harmlos dahin, doch als die Feuerwehrleute die gestaute Stelle lösen, schwillt das Wasser an. Auf einmal drückt die Strömung gegen ihre Beinchen, einige geraten ins Schwanken. Aufgeregte Rufe hallen über das Bachbett und alle sind froh, an Seilen festgemacht zu sein.
Die Macht des Feuers
Beim Posten «Feuerwehr» kommen all die vielen Aufgaben der Feuerwehrleute zur Sprache, die Kinder greifen zur Eimerspritze und löschen kleinere Feuer. Dann wird es plötzlich ernst: Es brennt und die Kinder müssen die «118» alarmieren. Aufgeregt schildern sie die Situation, kurz darauf piepsen die Pager. Was letztlich nicht fehlen darf, ist die offene Feuerstelle im Wald. Unter fachkundiger Anleitung lernen die Kinder, worauf es ankommt, damit ein Feuer kontrolliert bleibt.
«Herzlichen Dank für euren riesigen Einsatz. Es war für die Kinder ein unvergesslicher Tag», sagte Simone Zünd von der Schule Speicher hinterher. Ihre Klasse bedankte sich sogar mit einem Brief: «Es war sehr spannend und wir haben viel gelernt.» Viele weitere positive Feedbacks aus den Schulen folgten. Walter Hasenfratz freut es: «Mit dem Tag der Elemente haben wir den richtigen Weg eingeschlagen, weil er all die Gefahren nicht nur theoretisch aufzeigt, sondern erlebbar macht.»