#Hoffnung #auf #Rückflüge #nach #Deutschland
Erste Flugzeuge verlassen Dubai und Abu Dhabi in Richtung Europa, Regierung und Reiseveranstalter stellen eine Rückkehr in den nächsten Tagen in Aussicht. Die mittelfristigen Folgen für den Tourismus sind noch nicht absehbar.

Die meisten Flugzeuge sind noch parkiert: Flughafen von Dubai
Raghed Waked / Reuters
Der Airbus A380 startete um 9 Uhr 09. An Bord befanden sich rund 500 Passagiere, die mit dem zuvor dort stationierten Linienflugzeug Dubai in Richtung Frankfurt verliessen. Nachdem der Flugverkehr an dem wichtigen Drehkreuz zwei Tage komplett ausgesetzt gewesen war, hoben am Dienstagmorgen noch einige weitere Emirates-Maschinen Richtung Europa ab. Eine rasche Normalisierung ist deshalb jedoch nicht in Sicht, wie die Fluggesellschaft am Montagabend mitteilte. Kunden mit früheren Buchungen hätten Vorrang, zum Flughafen sollten sich nur jene begeben, die benachrichtigt worden seien. Alle anderen Flüge blieben vorerst ausgesetzt.
Trotz der begrenzten Kapazität sind die Flugzeuge ein erstes Hoffnungszeichen für die in der Golfregion gestrandeten Reisenden. Nach dem Angriff der USA und Israels auf Teheran und den Gegenattacken Irans sitzen nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) rund 30 000 Touristen dort fest. Für sie zeichnet sich eine Lösung in den nächsten Tagen ab. Welche mittelfristigen Folgen die Eskalation für die Tourismusbranche haben wird, lässt sich dagegen kaum abschätzen.
Der TUI-Chef macht Hoffnung
Konkrete Hoffnung gibt es offenbar für Kunden des Reisekonzerns TUI. Dessen Vorstandschef Sebastian Ebel erklärte in einem Interview im Fernsehsender N-TV, die im Nahen Osten festsitzenden Reisenden innerhalb einiger Tage zurück nach Deutschland holen zu wollen. Gelingen solle das vor allem mithilfe von Partner-Fluggesellschaften wie Emirates, Qatar Airways und Etihad. «Wir gehen derzeit davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können», sagte Ebel am Dienstag. Erstes Ziel solle München sein, ein Flugzeug dorthin solle möglichst vor 15 Uhr starten. Zudem seien Flugzeuge von TUI auf «Stand-by, sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch möglichst zügig abzuholen».
Auch die Bundesregierung wird aktiv. Aussenminister Johann Wadephul (CDU) hatte zunächst ausgeschlossen, deutsche Reisende und in der Golfregion wohnende Staatsbürger mithilfe der Bundeswehr zu evakuieren. «Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind insgesamt geschlossen», hatte er gesagt. Am Montag erklärte er dann, die Rückholung von Kindern, Kranken und Schwangeren vorzubereiten. Dafür würden Teams nach Maskat, Doha und Dubai geschickt und Grenzübergänge nach Oman und Saudiarabien überprüft.
Oppositionspolitiker kritisierten das Vorgehen der Regierung als zu zögerlich. «Dass die Bundesregierung in dieser nun akuten Gefährdungslage unvorbereitet ist und überfordert wirkt, ist erschütternd», sagte die Grünen-Aussenpolitikerin Luise Amtsberg. Eine offizielle Reisewarnung hatte das Auswärtige Amt erst nach den Angriffen am Samstag ausgesprochen. Diese erfolgt erst bei einer konkreten Gefahr für Leib und Leben. Zuvor hatte es unverbindliche Hinweise auf Risiken gegeben.
Andere Staaten handelten schneller
Andere Länder haben aus Sicht von Kritikern entschlossener bei der Evakuierung ihrer Staatsbürger gehandelt. Als ein Beispiel dafür gilt Italien. Nach Angaben von Aussenminister Antonio Tajani hatte eine Gruppe von 98 Italienern bereits am Sonntag die Vereinigten Arabischen Emirate in Richtung Oman verlassen, eine Gruppe von rund 200 in Dubai gestrandeten Schülern soll an diesem Dienstag nach Mailand ausgeflogen werden. Tschechien hatte angekündigt, zwei Militärflugzeuge in den Nahen Osten zu entsenden, um Bürger von dort in Sicherheit zu bringen.
Welche Folgen die Krise mittelfristig für den Reiseverkehr und den Tourismus haben wird, lässt sich derzeit kaum abschätzen. Die Frage überschattet die Internationale Tourismus-Messe in Berlin, die am Dienstag startet. Dabei waren die Vorzeichen eigentlich positiv: Nach Angaben des Verbands DRV sind die Reiseausgaben der Deutschen im vergangenen Jahr um 5 Prozent auf den Rekordwert von 88 Milliarden Euro gestiegen.
Statt für die Trends des Reisesommers 2026 interessieren sich Besucher nun aber vor allem für die Krise am Golf. Man verfolge die Situation «mit Aufmerksamkeit und grosser Sorge», sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV) Albin Loidl. Die Entwicklungen zeigten «einmal mehr, wie eng verbunden – und wie fragil – unsere Welt ist.» Die Reisenden in der Region erfahren das gerade ungewollt aus nächster Nähe.