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Ein Jugendlicher ist am Universitätsspital an den Folgen seiner schweren Verletzungen gestorben. In der Westschweiz und im Tessin fanden Trauermärsche statt.
Vor dem Universitätsspital Zürich stehen am 7. Januar 2026 Blumen und eine Tafel mit der Aufschrift «Wir denken an euch». Im USZ werden mehrere Patienten behandelt.
Michael Buholzer / Keystone
Der 18-jährige Schweizer ist am Samstag in Zürich an seinen Verletzungen gestorben. Dies teilte die Walliser Staatsanwaltschaft am Sonntag mit. Zum Stand der Ermittlungen machte sie keine weiteren Angaben.
Trauermarsch in Lutry
Am selben Tag haben in der Waadtländer Gemeinde Lutry mehrere hundert Menschen der Opfer gedacht. Rund tausend Personen nahmen an einem Trauermarsch teil, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Der Marsch begann kurz nach 14 Uhr 45 und führte durch die Strassen der Gemeinde, wobei sich im Verlauf weitere Menschen anschlossen.
Mehrere Opfer der Brandkatastrophe aus der Silvesternacht hatten in Lutry gelebt. Besonders betroffen ist der örtliche Fussballverein: Zahlreiche Junioren hielten sich zum Zeitpunkt des Brandes in der Bar «Le Constellation» auf, sieben Vereinsmitglieder kamen ums Leben. Angehörige der Verstorbenen versammelten sich vor Beginn des Marsches hinter einem Banner mit der Aufschrift «Hommage aux victimes de Crans-Montana. Justice et vérité» («Gedenken an die Opfer von Crans-Montana. Gerechtigkeit und Wahrheit»). Eltern der Opfer ergriffen später vor zahlreichen nationalen und internationalen Medien das Wort.
Eltern von Opfern und andere Trauernde legen in Lutry bei einem Trauermarsch Blumen nieder.
Valentin Flauraud / Keystone
Auch im Tessin fand am Samstag ein Schweigemarsch statt. In Lugano gedachten rund 50 Personen still der Opfer, bevor sie im Stadtzentrum eine Gedenkfeier abhielten. Organisiert wurde der Marsch von zwei Privatpersonen. Beim Brand in Crans-Montana kam auch eine 18-jährige Italo-Tessinerin aus Coldrerio ums Leben.
Verstellter Notausgang
Unterdessen verdichten sich Hinweise darauf, dass blockierte oder verschlossene Notausgänge entscheidend zur hohen Zahl der Todesopfer beigetragen haben könnten. Auf Basis von Bauplänen, Fotos und Videos konnte das Schweizer Fernsehen SRF einen zusätzlichen Notausgang im Untergeschoss der Bar bestätigen. Dahinter befand sich eine Treppe, über die Gäste in der Brandnacht theoretisch hätten flüchten können. Auf Fotos aus den Ermittlungsakten ist jedoch ein Barhocker zu sehen, der in jener Nacht direkt vor der Notausgangstür stand. Wer ihn dort platzierte, ist laut SRF unklar – nicht aber, dass der offenbar blockierte Ausgang wohl verheerende Folgen hatte.
Da der Notausgang im Untergeschoss nicht genutzt werden konnte, mussten sämtliche Personen über eine enge Treppe ins Erdgeschoss flüchten, die sich rasch zu einem Nadelöhr entwickelte. Auch dort kam es zu weiteren Engpässen. Unmittelbar rechts vom Ende der Treppe befindet sich eine Seitentür, die der Betreiber Jacques Moretti als Servicetür bezeichnete und die nach seinen Angaben stets offen stehen sollte. In der Silvesternacht war sie jedoch verschlossen – ein Umstand, der für mehrere Besuchende tödliche Folgen gehabt haben dürfte. Offizielle Dokumente zeigen laut SRF zudem, dass diese Tür von der Gemeinde als Notausgang deklariert worden war. Moretti gab bei seiner Einvernahme an, davon nichts gewusst zu haben.
Ein zweiter Notausgang im Erdgeschoss war ebenfalls nicht benutzbar. Auf der Basis von Bauplänen sowie Simulationen der Menschenströme durch eine Brandschutzfirma zeigt SRF, dass die Bar deutlich schneller hätte evakuiert werden können, wenn der Ausgang im Untergeschoss nicht blockiert gewesen wäre. Weil jedoch alle Gäste über dieselbe Treppe ins Erdgeschoss flüchten mussten, bildete sich dort offenbar ein fataler Rückstau.
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