#Sicherheit #hat #höheren #Stellenwert #bekommen
Innerrhodens Ständerat und alt Landammann Daniel Fässler sprach, auch im Namen der Ausserrhoder Bundespolitiker, als Erster zu den Delegierten der Feuerwehren beider Appenzell. «Wer hätte gedacht, dass Sicherheit ein derart dringendes Thema werden wird.» Die äussere Sicherheit beschäftige derzeit nicht nur die Politik, sondern alle. Auch die innere Sicherheit sei angesichts von Katastrophen und Solidarität oder wegen Bedrohung durch Cyberangriffe ein grosses Thema. Das Ereignis in Crans-Montana zeige, wie wichtig Vorsorge sei und die Bereitschaft dazu. Und es brauche Menschen, die bereit seien, sich für die Bewältigung von Katastrophen zu engagieren. Fässler sprach den Feuerwehrleuten und ihren Verbänden dafür grossen Dank aus. «Die Feuerwehr muss gerüstet und ausgerüstet sein.»
Auch Landesfähnrich Jakob Signer zollte den Feuerwehrleuten Respekt und Wertschätzung. Er sprach ebenfalls die kritische Lage an und die Sorgen, die durch Ungewissheiten in der Weltpolitik, mysteriöse Drohnenflüge und Desinformation ausgelöst werden. Er überbrachte Grüsse und Dank der Standeskommission und von seiner Ausserrhoder Amtskollegin Katrin Alder für die 10 000 Einsatzstunden bei 455 Einsätzen 2025. Bezirkshauptmann und «Gastgeber» Albert Mösler spielte mit Zahlen: Der Bezirk Schwende-Rüte mit 6000 Einwohnern umfasst 57 Prozent des Kantonsgebiets und ist flächenmässig die viertgrösste Gemeinde im Appenzellerland, so gross wie die Ausserrhoder Gemeinden Urnäsch, Herisau und Hundwil zusammen. «Grosse Fläche bedeutet grosse Herausforderung, zum Beispiel bei einem Flurbrand im Alpstein», führte er aus. Darum sei die regionale Zusammenarbeit immens wichtig – «heute mehr denn je».
Sektionen verlassen Verband
Präsident Bruno Schläpfer begrüsste zur 156. Delegiertenversammlung des Appenzellischen Feuerwehrverbandes (AFV) in der Mehrzweckhalle – nach 36 Jahren wieder einmal Schwende – neben 58 stimmberechtigten Vertretern der Wehren zahlreiche Gäste aus der Kommunalpolitik und den Kantonalverbänden Schaffhausen und Zürich, den höchsten Liechtensteiner Feuerwehrkommandanten, Exponenten von Blaulicht- und Partnerorganisationen, Instruktoren, Ehrenmitglieder.
Der DV ferngeblieben sind der FW-Zweckverbund Teufen-Bühler-Gais-Stein und auch die Regionale Feuerwehr Vorderland. Nachdem vor einem Jahr die Mehrheit der Delegierten den Weiterbestand des AFV beschlossen hatten, haben die Sektionen ihren Austritt beschlossen. Sie hätten wohl die Konsequenzen gezogen, vermutete Schläpfer. Eines ihrer Anliegen konnte nicht umgesetzt werden. Der AFV bat die Ausserrhoder Regierungsrätin Katrin Alder zu prüfen, ob den Dienstleistenden und deren Angehörigen auch nach erfüllter Dienstzeit Steuererleichterung gewährt werden kann. Aktuell sind nur aktive Feuerwehrleute von der Feuerwehrersatzsteuer befreit. Da auf Bundesebene die Vernehmlassung zum Brandschutzgesetz bearbeitet werde, werde die Revision der kantonalen Gesetzgebung wohl erst 2027 in die Vernehmlassung geschickt, antwortete die Vorsteherin des Departements Inneres und Sicherheit. Sie ermunterte den AFV, sich dann einzubringen.
Die Interessen der Feuerwehren zu vertreten, ist eine zentrale Aufgabe des Verbandes. «Wenn sich Sektionen zurückziehen, verlieren wir an Gewicht», befürchtet Schläpfer. Dominik Straumann vom Zentralvorstand des SFV stärkte ihm den Rücken. Der Verband könne – er meinte auch den nationalen, dem die regionalen sowie Profi-Organisation angehören – in der Jugendarbeit, bei der Digitalisierung, bei der Beschaffung unterstützen. Weitere Diskussionen zum Thema waren an der DV kein Bedürfnis. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Zukunft des AFV weiterhin ungewiss ist.
Zügig abgearbeitete Traktanden
Die Delegierten genehmigten kommentarlos und einstimmig die Rechnung 2025, die mit einem Defizit von 4134 Franken abschliesst. Positiv auf den Abschluss habe sich der geringere administrative Aufwand ausgewirkt, heisst es im Kommentar. Das Budget 2026, das von einem Ausgabenüberschuss von 3586 Franken ausgeht, passierte mit drei Gegenstimmen. Wegen der erwähnten Austritte muss für 2026 mit weniger Mitgliederbeiträgen gerechnet werden. Kassier Jann Lenggenhager erläuterte, dass in den Bereichen Administration, Spesen und Geschenke weiter gespart werde. «Wenn alle Sektionen fristgerecht zahlen würden, könnte ich jeweils eine ausgeglichene Rechnung präsentieren», mahnte er. Das Konto Debitoren wies per Ende Jahr einen Ausstand von knapp 7100 Franken auf.
Der Vorstand – Bruno Schläpfer, Vizepräsident Gustav Fitze, Jann Lenggenhager, Claudia Frick (Öffentlichkeitsarbeit) und Markus Rusch (Aktuar) – sowie das dreiköpfige Revisorenteam wurden bestätigt.
Die Formation Brölisauer-Gruess umrahmte die DV. Zum Gedenken an aktive und ehemalige verstorbene Angehörige der Feuerwehren, an Kameraden weltweit, die ihre Kraft und ihr Leben für die Rettung von Menschenleben und zum Schutz von Hab und Gut einsetzen, sowie für alle Betroffenen, die Opfer und deren Angehörigen der Katastrophe von Crans-Montana spielten sie ein besinnliches Hackbrettstück.
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