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Öl, Wirtschaft, Inflation und Maduros Verhaftung

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Staatspräsident Maduro hat Venezuela in eine tiefe Krise geführt. Welche Folgen sein Sturz für die Wirtschaft des lateinamerikanischen Landes und für die Finanzmärkte haben wird, ist noch unklar.


Der unter Sanktionen stehende Öltanker M. T. «Bandra» am 29. Dezember vergangenen Jahres am Terminal El Palito in der Nähe von Puerto Cabello in Venezuela.

Juan Carlos Hernandez / Reuters

Die US-Angriffe auf Venezuela und die Verhaftung des Staatspräsidenten Nicolás Maduro und seiner Ehefrau könnten auch deutliche Folgen für Wirtschaft und Finanzmärkte haben. Vieles ist derzeit aber unklar. Der US-Präsident Donald Trump hat auf seinem Social-Media-Kanal Truth Social für 11 Uhr (Schweizer Zeit 17 Uhr) eine Medienkonferenz angekündigt.

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Der stellvertretende Aussenminister der USA, Christopher Landau, schrieb indessen auf der Plattform X, Maduro werde nun «endlich für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen». Landau verwies zudem auf einen Post des Aussenministers Marco Rubio, wonach Maduro nicht der rechtmässige Präsident von Venezuela sei – sondern «der Chef eines Drogenkartells, welches das Land in Besitz genommen hat». Maduro stehe ausserdem unter Anklage, Drogen in die USA geliefert zu haben. Maduro könnte nun also in den USA vor Gericht gestellt werden.

Hohe Inflation in Venezuela

Venezuela hat sehr grosse Ölreserven. Die Förderung ist allerdings überschaubar, was mit den Sanktionen gegen das Land, mangelhafter Infrastruktur und organisatorischen Problemen zu tun hat. Trotz dem Ölreichtum war Maduros Präsidentschaft geprägt von tiefen Krisen, darunter Knappheit an Lebensmitteln und Medikamenten sowie hoher Inflation.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg förderte Venezuela vor der US-Blockade knapp unter 1 Million Barrel Öl pro Tag. Vor einem Jahrzehnt seien es noch fast 2,5 Millionen Barrel gewesen. Die US-Regierung hatte in letzter Zeit den Druck auf Venezuela erhöht und Öltanker aus dem lateinamerikanischen Land konfisziert.

Ölmärkte geschlossen

Die Auswirkungen der US-Angriffe und der Verhaftung von Maduro auf den Ölpreis sind derzeit unklar, da die Ölmärkte geschlossen sind. Der Handel wird erst wieder am Montagmorgen in Asien aufgenommen.

Männer schauen auf den Rauch am Hafen La Guaira in der Nähe von Caracas: Die USA haben Venezuela angegriffen und Staatspräsident Nicolás Maduro verhaftet.

Jesus Vargas / Getty

Ein Analyst des Finanzdienstleisters MST Financial sagte derweil der «Financial Times», der Konflikt könne für steigende Ölpreise sorgen, da die venezolanischen Ölexporte davon betroffen sein könnten. Ein Regimewechsel in dem lateinamerikanischen Land könne aber schliesslich dazu führen, dass deutlich höhere Ölmengen gefördert würden und dass ausländische Investoren zurückkehrten.

Ein virtuelles Treffen der Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und weiterer Petrostaaten – zusammen als Opec+ bekannt – rückt nun aber in den Fokus. Beobachter waren zuvor davon ausgegangen, dass bei dem Treffen die Entscheidung bestätigt werden dürfte, die Ölfördermenge im ersten Quartal des neuen Jahres nicht zu ändern. Venezuela ist Mitglied der Opec. Im Jahr 2025 waren die Preise für Öl zurückgegangen. Laut Beobachtern waren dafür höhere Fördermengen und eine geringere Nachfrage verantwortlich.

Am Freitag waren die Preise für Öl leicht zurückgegangen. Ein Barrel – also 159 Liter – der US-Sorte WTI kostete am Freitag 57.32 Dollar und damit 0,2 Prozent weniger als zum Jahresende. Erdöl der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitag 60.75 Dollar, was einem Rückgang von ebenfalls 0,2 Prozent gleichkam.

Gold setzt sein Rally zu Jahresbeginn fort

Die «Krisenwährung» Gold hatte nach dem Rally 2025 auch im neuen Jahr zugelegt. Am Freitag kostete eine Feinunze des Edelmetalls 4332 Dollar und damit 0,3 Prozent mehr als am Jahresende. Im Vorjahr hatte der Goldpreis bereits um rund 65 Prozent an Wert zugelegt. Neben Käufen von Zentralbanken und der Schwäche des Dollars spielte dabei die zunehmend unsichere geopolitische Lage eine wichtige Rolle.

Auch viele Aktienmärkte sind derweil gut in das neue Jahr gestartet. Der europäische Standardwerte-Index Euro-Stoxx 50 erreichte am Freitag im Handelsverlauf ein Rekordhoch und schloss mit rund einem Prozent im Plus. Der britische FTSE-100-Index stieg zum ersten Mal über die Marke von 10 000 Zählern. In den USA legte der Leitindex Dow Jones Industrial Average um rund 0,7 Prozent zu.