0

Djokovic befindet sich weiter auf Rekordkurs

Share

#Djokovic #befindet #sich #weiter #auf #Rekordkurs

Der Serbe steht am Australian Open im Halbfinal, wo er auf Jannik Sinner trifft. Im Viertelfinal hatte Djokovic Glück – und liess Federer bei einer weiteren Marke hinter sich.

Grand-Slam-Siege jagen mit 38 Jahren ist anstrengend: Novak Djokovic in Australien.

Lukas Coch / Imago

Die Meldung, dass Novak Djokovic in Melbourne im Halbfinal steht, ist allein noch keine Breaking News. Der Serbe gehört am Finalwochenende des ersten Majors der Saison zu den Stammgästen. 2008 hatte er hier seinen ersten von mittlerweile 24 Major-Titeln gewonnen. Zehn sind es insgesamt Down Under, den letzten holte vor drei Jahren, als er im Final den Griechen Stefanos Tsitsipas besiegte.

Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen

NZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.

Bitte passen Sie die Einstellungen an.

Im selben Jahr bezwang er am US Open den Russen Daniil Medwedew – und egalisierte damit den Rekord von 24 Grand-Slam-Siegen, den die Australierin Margaret Court zwischen 1960 und 1973 aufgestellt hatte. Seither allerdings konnte Djokovic kein Major mehr gewinnen.

Und diesmal benötigte der langjährige Dominator der Szene sogar einiges an Glück, um den Halbfinal zu erreichen. Nachdem er im Achtelfinal wegen einer Verletzung des Gegners kampflos weitergekommen war, lag er im Viertelfinal gegen den formstarken Lorenzo Musetti mit 0:2 Sätzen im Rückstand (4:6, 3:6, 3:1). Dann aber zog sich der Italiener wegen einer Oberschenkelverletzung nach 2:08 Stunden zurück.

Dem Serben blieb nur das Mitgefühl für seinen glücklosen Gegner. «Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Es tut mir wirklich leid für ihn», sagte er danach im Platz-Interview. «Ich war quasi schon auf dem Weg nach Hause. Doch Dinge wie diese geschehen halt im Sport. Er hätte heute gewinnen müssen. Er war der bessere Spieler auf dem Platz.»

Djokovic’ Worte mögen in den Ohren Musettis und seinen Anhänger wie Hohn geklungen haben. Doch Djokovic kennt die Rolle des glücklosen Verlierers, der vom eigenen Körper gestoppt wird. Der 38-Jährige kann deshalb nur zu gut nachvollziehen, wie es im Innern des Italieners aussehen musste.

Djokovic nun der siegreichste Spieler am Australian Open

Der Viertelfinal vom Mittwoch bedeutete auch, dass Djokovic als erst dritter Spieler nach Jimmy Connors und Roger Federer die Marke von 1400 Matches auf ATP-Tour-Niveau erreichte. Gleichzeitig löste er Federer als Spieler mit den meisten Siegen am Australian Open ab (103).

Der Weg zu Djokovic’ 25. Majorsieg und damit dem alleinigen Rekord bleibt aber weit und steil. Im Halbfinal vom Freitag trifft er auf Jannik Sinner, der in seinem Viertelfinal den Amerikaner Ben Shelton mit einer konzentrierten, nervenstarken Leistung 6:3, 6:4, 6:4 bezwang. Es ist das Duell von zwei der herausragendsten Athleten des Moments. Im zweiten Halbfinal treffen der Spanier Carlos Alcaraz und der Deutsche Alexander Zverev aufeinander.

Sinner, in Melbourne Titelverteidiger, zeigte sich nach dem Viertelfinal mit seiner Leistung sehr zufrieden und freut sich auf den Halbfinal. Die vergangenen fünf Duelle gegen Djokovic hat der Südtiroler allesamt gewonnen. Gleichzeitig sagte er: «Wir wissen alle, welche Herausforderung mich erwartet. Das sind die Momente, für die man trainiert und morgens aufsteht. Wir haben Glück, dass Novak in diesem Alter immer noch unglaubliches Tennis spielt.»

2025 hat er nur zwei kleinere Turniere gewonnen

Für Djokovic wäre die erneute Finalqualifikation eine Entschädigung für die harten Zeiten, welche er durchlebt hat. In den vergangenen Monaten war er ungewohnt erfolglos gewesen. Im vergangenen Jahr gewann er nur zwei kleinere Turniere, jenes in Genf und jenes in Athen. Weit öfter musste er den Platz als Verlierer verlassen. Im Ranking liegt der langjährige Weltranglisten-Erste noch auf Position 4.

Schon am Sonntag könnte er das wieder nachhaltig ändern. Obwohl er ohne echte Vorbereitung in Melbourne angetreten war, zeigte er sich bis zum Viertelfinal in bestechender Form. Noch muss er zwei Hürden überspringen. Doch klar ist auch: Novak Djokovic hat Lunte gerochen und strahlt wieder jene Entschlossenheit aus, die ihn über Jahre fast unbezwingbar gemacht hatte.