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Die 24. Mitgliederversammlung des Vereins Kinderbetreuung Appenzell stand ganz im Zeichen der Konsolidierung. Nach dem sehr schwierigen Jahr 2024 arbeitet sich der Chinderhort Schritt für Schritt zurück in ruhigere Gewässer. Präsident Aurèle Meyer sprach von einem Jahr der «Stabilisierung».
Finanzen weiterhin angespannt
Die Jahresrechnung 2025 zeigt eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, bleibt jedoch weiterhin negativ. Bei einem Gesamtaufwand von rund 895’000 Franken und Einnahmen von knapp 849’000 Franken resultiert ein Defizit von 46’428 Franken. Im Jahr zuvor hatte der Verlust noch über 264’000 Franken betragen.
Der grösste Kostenblock bleibt der Personalaufwand mit rund 668 000 Franken sowie weiteren gut 122’000 Franken für Sozialversicherungen. Auf der Einnahmenseite bilden die Elternbeiträge mit knapp 790’000 Franken weiterhin das finanzielle Rückgrat des Betriebs. Positiv entwickelte sich auch das Sponsoring: Beiträge von Gönnern und Unterstützern stiegen auf über 37’000 Franken.
Für das Budget 2026 rechnet der Vorstand nochmals mit einem kleinen Defizit von rund 20’000 Franken. Ziel bleibt eine ausgeglichene Rechnung in den kommenden Jahren.
Betrieb neu mit drei Gruppen
Nach einer Phase stark gesunkener Auslastung reagierte der Verein mit strukturellen Anpassungen. Im Sommer 2025 wurde der Betrieb von vier auf drei Gruppen reduziert. «Die Gruppen sind heute kompakter und besser ausgelastet», erklärte Meyer.
Parallel dazu wurden organisatorische Abläufe überarbeitet. Zuständigkeiten zwischen Vorstand, Hortleitung und Gruppenleitungen wurden klarer definiert, zudem wurden Vereins- und Betriebsbuchhaltung zusammengelegt.
Auch personell blieb das Jahr bewegt: Mehrere Austritte stellten die Verantwortlichen vor Herausforderungen, gleichzeitig konnten neue Lernende und Mitarbeitende eingearbeitet werden. Auf Lohnerhöhungen wurde angesichts der finanziellen Lage verzichtet. Als Zeichen der Wertschätzung für den tollen Einsatz sprach der Vorstand jedoch 5000 Franken als Weihnachtsgeld für das Team.
Bemerkenswert ist zudem, dass Vorstand und Revisionsstelle weiterhin auf eine Entschädigung verzichten.
Diskussion um Gratis-Ferientage
Für Diskussionen sorgte ein Antrag aus der Reihe der Elternschaft. Diese beantragte, allen Kindern pro Kalenderjahr drei kostenlose Ferientage pro gebuchtem Betreuungstag zu gewähren.
Der Vorstand zeigte Verständnis für das Anliegen, empfahl jedoch die Ablehnung. Drei kostenlose Tage würden bei rund 100 betreuten Kindern Einnahmeausfälle von etwa 45’000 Franken pro Jahr verursachen. Da die Hauptkosten – insbesondere die Löhne – unabhängig von der tatsächlichen Anwesenheit der Kinder anfallen, würde dies die finanzielle Stabilisierung erschweren.
Die Mitgliederversammlung folgte der Empfehlung des Vorstands und lehnte den Antrag ab.
Wechsel im Vorstand und Revision
Bei den Wahlen kam es zu Veränderungen: Domenico Barletta trat aus dem Vorstand zurück. Auch Revisorin Stefanie Kümpel legte ihr Amt nieder. Als neue Revisorin gewählt wurde Nadia Koller, Fachfrau Finanz- und Rechnungswesen mit eidgenössischem Fachausweis.
Trotz der Herausforderungen blickt der Vorstand vorsichtig optimistisch nach vorne. «Der Chinderhort ist eine tragende Säule der familienergänzenden Betreuung in Appenzell – und wir setzen alles daran, dass er das auch bleibt», betonte Meyer.
Worte, die von Herzen kommen
Im Anschluss an die Versammlung sprach Sepp Koller, Spitalseelsorger am Kantonsspital St.Gallen, über den Umgang mit Trauer bei Kindern und Jugendlichen.
Er zeigte auf, wie unterschiedlich junge Menschen Verlust erleben. Besonders eindrücklich beschrieb er das sogenannte «Pfützenspringen»: Kinder trauern nicht gleichmässig, sondern wechseln oft abrupt zwischen Spiel und Schmerz. Erwachsene müssten dabei als stabile Bezugspersonen – als «Leuchttürme» – Halt geben.
Am Ende blieb vor allem eine einfache, aber eindringliche Botschaft: «Worte, die von Herzen kommen, gehen zu Herzen.»
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