#Bundesrat #setzt #auf #Schweizer #Drohnenabwehrsystem
Der Bundesrat will mit Krediten in Milliardenhöhe bei der Luftverteidigung nachrüsten. Zudem beantragt er einen Zusatzkredit für die Mehrkosten beim Kampfflugzeug F-35.
Der Bundesrat hat am Freitag die Armeebotschaft 2026 verabschiedet. Sie steht im Zeichen einer Neupriorisierung: im Zentrum stehen Angriffe aus der Distanz sowie hybride Bedrohungen wie Cyberangriffe.
Insgesamt umfasst die Botschaft Verpflichtungskredite von rund 3,4 Milliarden Franken. Davon sind 2,44 Milliarden für Rüstungskäufe vorgesehen. Weitere 562 Millionen entfallen auf Militärimmobilien, die unter anderem modernisiert werden sollen. Hinzu kommt ein Zusatzkredit von 394 Millionen Franken für die Mehrkosten beim Kampfflugzeug F-35.
Den Schwerpunkt bilden Investitionen in die bodengestützte Luftverteidigung. Für den unteren und mittleren Luftraum (bis etwa 8000 Meter über Meer) setzt das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) erneut auf ein deutsches System: Iris-T SLM des Rüstungsunternehmens Diehl Defence. Damit sollen Marschflugkörper, Drohnen und Kampfflugzeuge abgewehrt werden können.
Bundesrat Martin Pfister verkündet die Details der Armeebotschaft 2026 am Freitag vor den Medien in Bern.
Anthony Anex / Keystone
Bereits im vergangenen Jahr hatte Rüstungschef Urs Loher eine Vereinbarung über fünf solcher Systeme im Rahmen der European Sky Shield Initiative (ESSI) unterzeichnet. In der Armeebotschaft 2026 sind nun zwei zusätzliche Feuereinheiten sowie weitere Lenkwaffen vorgesehen. Insgesamt sind für dieses System rund eine Milliarde Franken eingeplant.
Ergänzt werden soll die Luftverteidigung durch ein Drohnenabwehrsystem aus der Schweiz. Vorgesehen ist die Beschaffung eines Systems der in Zürich-Oerlikon ansässigen Rheinmetall Air Defence AG. Damit will die Armee kritische Infrastrukturen wie Kraftwerke oder militärische Logistikzentren vor Angriffen schützen.
Das Flugabwehrgeschütz soll auf Lastwagen montiert werden und damit teilmobil sein. Zwar ist das System grundsätzlich erprobt und bei anderen Streitkräften bereits im Einsatz. Für die konkrete Integration auf Lastwagen gebe es jedoch «noch wenig Erfahrung». Zudem liegt dem VBS noch keine verbindliche Offerte vor. Entsprechend wird ein Risikozuschlag von 30 Prozent eingerechnet. Für die geplanten acht Systeme samt Munition ergibt sich ein Verpflichtungskredit von insgesamt 800 Millionen Franken.
Zusatzkredit für den F-35
Neben Rüstungskäufen und der Modernisierung von Armeeliegenschaften beantragt der Bundesrat auch einen Zusatzkredit von knapp 400 Millionen Franken für die Beschaffung von «voraussichtlich 30» amerikanischen Kampfflugzeugen des Typs F-35. Die genaue Stückzahl könne erst festgelegt werden, wenn die US-Regierung die Verträge für die nächsten Produktionslose mit dem Hersteller Lockheed Martin ausgehandelt habe, schreibt der Bundesrat in der Botschaft.
Mit dem Zusatzkredit werde jedoch sichergestellt, dass das «maximale Finanzvolumen» der Beschaffung eingehalten werde. Die Stimmbevölkerung hatte 2020 dem Kauf neuer Kampfflugzeuge zugestimmt – mit einem Kostendach von 6 Milliarden Franken, basierend auf dem Preisniveau von 2018.
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