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Der Verein Kulturbühne Gais stellt jedes Jahr ein vielfältiges Programm zusammen. 2025 sind Kinder, Kabarett- und Musikfreunde auf ihre Kosten gekommen. Für die Mitglieder waren Führungen in der Kathedrale St.Gallen und durch das Klanghaus Toggenburg weitere Höhepunkte. Das neue Jahr hat mit den überaus gut besuchten Neujahrskonzerten, die zusammen mit der IG Kultur am Platz organisiert werden, vielversprechend begonnen. Einziger Knackpunkt: Es waren zum ersten Konzert so viele Leute gekommen, dass einige auf später vertröstet werden mussten, erzählte Harald Stoller. Das habe für Enttäuschung gesorgt. Er wolle sich mit den Vorstandskollegen und «Kultur am Platz» diesbezüglich beraten.
Auch 2026 verspricht bunt zu werden: Für Kinder wird ein Figurentheater aufgeführt. Auch bei den Kinderanlässen zeigt sich im Schulhaussaal ein Kapazitätsproblem, da die kleinen Gäste von ebenso zahlreichen Erwachsenen begleitet werden. Später werden das Muttertagskonzert mit dem «Trio Artemis», die «Peter Lenzin Band», ein Sandmaler, eine Kabarettistin und ein Abend mit Geschichten und Musik wohl ebenfalls viel Publikum anlocken. Das Programm ist frisch gedruckt auf den Tischen im «Krone»-Saal gelegen. Wie letztes Jahr, als kurzfristig SRF-Auslandredaktorin Susanne Brunner zu einem Referat über die Situation in Nahost eingeladen worden ist, sollen auch 2026 spontane Veranstaltungen möglich sein. Einladungen dazu werden per E-Mail versandt und Details finden sich online.
Leidenschaftliche Naturtalente
Zur Hauptversammlung waren gut 40 Stimmberechtigte und Gäste (Delegation der Lesegesellschaft Bühler) eingetroffen. Nach dem offiziellen Teil liessen sie sich vom «Neugaden-Schuppel» in die mystische Stimmung an Silvester versetzen. Die fünf Sänger – natürlich in sennischem Zivil – erzählten, dass sie 2017 ihren Mut und ihre Leidenschaft gebündelt hatten, um die schöne Tradition des Chlausens auch in Gais wieder aufleben zu lassen. «Buebe-Schuppel» ausgenommen, sind sie die jüngste Chlausengruppe in Appenzell Ausserrhoden. Die Gesangsnaturtalente üben über das Jahr regelmässig und fertigen in ungezählten Stunden ihre Hauben und Hüte. Jeder bringe dabei sein Talent ein. Die Mitglieder der Kulturbühne durften sich Kopfschmuck, Larven, Rollen und Schellen aus der Nähe ansehen und Fragen stellen. Das wurde nach dem stimmungsvollen Intermezzo rege genutzt und beim abschliessenden Apéro riche mit «Chäschüechli» und «Südwöscht» fortgesetzt.
Neue Vorstandsbesetzung
Hauptthemen der Hauptversammlung waren die Finanzen und die Umstrukturierung im Vorstand. Erfreulicherweise schloss die Jahresrechnung mit einem kleinen Defizit von 199 Franken und nicht wie vor einem Jahr befürchtet mit einem Rückschlag von 8000 Franken. Sie wurde einstimmig genehmigt, ebenso das Budget 2026, das ähnliche Aufwand- und Ertragszahlen wie im vergangenen Jahr prognostiziert. Cecilia Sousa-Poza hat zum letzten Mal die Buchhaltung präsentiert, zu der sie vor sieben Jahren gekommen war, fast wie die Jungfrau zum Kind. «Ich hatte keine Ahnung», erzählte sie, sie habe durch dieses Amt viel gelernt. «Ich habe damals eine gut gefüllte Kasse übernommen und bin dankbar, sie so weitergeben zu können.» Sie wurde vom Vereinspräsidenten mit Dank, Lob und Gutscheinen verabschiedet. Ein separates Dankeschön in Blumenform erhielt sie von Jürg Hochuli (IG Kultur am Platz) für die sehr gute Zusammenarbeit bei den Neujahrskonzerten.
Die Versammlung wählte Stefan Gemeiner mit Applaus zum neuen Vorstandsmitglied. Er wird das Aktuariat und Sekretariat übernehmen. Der 46-jährige Bayer lebt mit seiner Schweizer Partnerin seit drei Jahren in Gais; früher war er Banker, heute ist er glücklicher Lokführer, wie er erzählt hat. Künftig wird der bisherige Aktuar und neue Vizepräsident Albert Pfiffner die Finanzen verwalten.
Auch der bisherige Vize, Roland Lussmann, hatte nämlich seinen Rücktritt eingereicht: Er und Cecilia Sousa-Poza hatten den 2024 zum Präsidenten gewählten Harald Stoller in der Einarbeitungszeit tatkräftig unterstützt, wie dieser berichtete. Da erst nächstes Jahr Gesamterneuerungswahlen anstehen, sind Petra Herrmann, Elsbeth Alder, Andrea Weibel, Albert Pfiffner sowie Revisorin Beatrice Walser stillschweigend bestätigt. Harald Stoller hat die Zuverlässigkeit der Vorstandsmitglieder gewürdigt. Die Wahlen werden an der nächsten Hauptversammlung der Kulturbühne Gais, am 20. Februar 2027, stattfinden.
Roland Lussmann «konnte zaubern», lobte Harald Stoller. Für jedes technische Problem habe er rasch und unkompliziert eine Lösung parat gehabt. Der Gemeindeschreiber von Gais wirkte acht Jahre lang im Vorstand, hatte aber als Mitglied schon zuvor während mehrerer Jahre dafür gesorgt, dass die Technik an den Veranstaltungen funktioniert. Auch ihm ist mit Gutschein und Lob gedankt worden.